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Eine grausame Nacht..

Von Laura und ihrem Freund Tobi wurde ich aufgenommen, als würde ich zur Familie gehören. Unglaublich herzlich und zuvorkommend. Wir verbrachten den Rest vom Abend mit tollen Gesprächen und anschliessend bin ich müde ins Bett gefallen. Ein eigenes Zimmer im Dachstock mit super bequemen Bett, da lässt sich wunderbar schlafen oder?

 

Nein. Nicht mit einem solch hyperaktivem Hirn. Egal wie müde ich bin, wenn ich mich ins Bett fallen lasse, gibt mein Hirn nochmal alles und auch in dieser Nacht bekam ich die volle Ladung an Gedanken. Wie ein Sturm wirbeln sie durch den Kopf, lösen unbehagen aus. Zweifel kommen auf, die Entscheidung wird hinterfragt und ich sah tausende Begründungen, warum meine Reise nicht funktionieren soll. Was ist wenn ich auf Social Media die Menschen nicht erreiche..? Was ist, wenn mir die Kohle ausgeht und ich meine Schulden und Rechnungen nicht weiter bezahlen kann..? Was ist, wenn mich irgendjemand über den Haufen fährt..oder mich ausraubt, vergewaltigt? Was ist, wenn ich in Situationen komme, die ich nicht lösen kann?

 

Mutlos, Energielos und einfach nur müde lag ich im Bett und starrte in die Dunkelheit. «NEIN, SCHLUSS!», schreit es plötzlich in meinem Kopf. «So kommst du nicht weiter», tadelte ich mich selbst. Diese Gedanken sind vielleicht Begründungen aber keine Tatsachen und ich durfte mich nicht davon beeinflussen lassen. Es sind meine Ängste, die versuchen mich wieder in Sicherheit zu wiegen. Die Macht der Gedanken ist gross, man muss vorsichtig damit umgehen und ich muss sie umpolen. «Mach etwas positives daraus», sagte ich mir selbst. Mich von meinen Ängsten weiterhin blockieren lassen? Auf keinen Fall.

So versuchte ich also die Gedanken abzuändern. «Ich werde viele Leute auf Social Media erreichen und bewegen. Ich werde immer genug Geld haben zum leben und werde auch genug verdienen, damit ich meine restlichen Schulden bezahlen kann. Ich werde auf mich aufpassen und lernen auf mein Bauchgefühl zu hören. ICH SCHAFF DAS!»

 

Der Sturm beruhigte sich zunehmend und meine Augen wurden schwer. Schlussendlich bin ich mit verheulten Augen aber mit einer Zufriedenheit in mir eingeschlafen. Es kann ungemein helfen, sich mit positiven Gedanken und Träumen zu beschäftigen. Nicht nur vor dem Einschlafen sondern auch, wenn man einfach verzweifelt ist.

 

Am nächsten Tag erzählte ich Laura davon und bekam auch von ihr positiven Zuspruch. Das freute mich und bin ihr sehr dankbar. Trotzdem bin ich die Einzige, die am Meisten an mich selbst glauben muss, denn wenn ich es nicht tue, kann ich mein Vorhaben direkt auf den Scheiterhaufen werfen aber meine einzige Option ist gewinnen!

 

Die Woche bei ihr rauschte nur so vorbei und der Tag der Weiterfahrt ist da. Es war unglaublich schön bei Laura und Tobi und ich werde sowas von wieder auf einen Besuch vorbeischauen. Mein nächstes Ziel ist Nürnberg mit Zwischenstopp auf dem ersten Campingplatz dieser Reise. Freute mich natürlich arg darauf aber die Freude aufs Zelten wird mir noch vergehen.

 

Wir verabschiedeten uns und versuchten nicht zu heulen. Erfolgreich natürlich aber es war eine haarscharfe Sache. Die Honda tukert gemütlich vor sich hin und schleppt mich sicher und zuverlässig in Richtung Bad Dürkheim.

 

 

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